Im Hafen von Saint-Martin-de-Ré. Fotos: Otmar Steinbicker

Frankreich

île de Ré

Die westlich der reizvollen alten Hafenstadt La Rochelle gelegene Insel île de Ré wird gerne auch die „weiße Insel“ genannt. Es sind die traditionellen weißen Häuser, die sich kontrastreich vom blauen Himmel abzeichnen, die das Bild der Insel prägen. Der Himmel ist im Sommer meistens blau. Mit rund 2300 Sonnenstunden im Jahr rangiert die île de Ré nur knapp hinter der Côte Azur und Korsika. Dabei bleiben die Temperaturen am Atlantik auch im Sommer mild. Ergiebige Regenfälle werden im Herbst und Winter verzeichnet.

Beliebt ist die île de Ré selbstverständlich auch wegen ihrer feinen Sandstrände. An einigen Küstenabschnitten gibt es auch Kiesstrände oder kleinere Felsen.

In Sainte-Marie-de-Ré

Wer die Insel erkunden möchte, findet viele Möglichkeiten, durch Straßen zu schlendern und auf Wander- und Radwegen Impressionen zu sammeln.

Zu den expliziten Sehenswürdigkeiten zählen die von General Vauban, dem berühmten Festungsbaumeister Ludwigs XIV., errichteten Festungsanlagen. Solche finden sich in ganz Frankreich und darüber hinaus. Sie zählen seit 2007 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Auf der île de Ré gehören u.a. dazu die beiden Stadttore und die Zitadelle in Saint-Martin-de-Ré.

Kirche Saint-Martin in Saint-Martin-de-Ré

Einen wehrhaften Eindruck vermittelt auch die Kirche Saint-Martin im Zentrum von Saint-Martin-de-Ré. Der im 14./15. Jahrhundert im gotischen Stil errichtete Bau wurde im folgenden Jahrhundert während der Religionskriege zerstört und im 17. und 18. Jahrhundert behutsam wieder renoviert.

Auf einer Insel darf da auch ein Leuchtturm nicht fehlen. der 57 Meter hohe „Phare des Baleines“ (Leuchtturm der Wale), wurde 1853 am westlichsten Zipfel der Insel errichtet. Seine Lichtsignale sind noch über 39 Kilometer Entfernung zu empfangen.

Neben dem Tourismus lebt die Insel auch von der Austernzucht und vom Fang von Fischen und Meersfrüchten. Gourmets wissen die Austern der île de Ré zu schätzen. Auf rund 1000 Hektar werden Austern und Muscheln gezüchtet, vor allem an der Nordküste der Insel, dem „Pertuis Breton“. Viele Austernzüchter bieten Verkostung und Direktverkauf an. Im Osten der Insel werden Kartoffeln, Gemüse und Wein angebaut. Die Kartoffeln sind sogar mit der AOC-Herkunftsbezeichnung „Île de Ré“ geschützt.

Auf 650 Hektar wird Wein der Rebsorten Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Sauvignon Blanc, Chardonnay, Colombard und Ugni Blanc angebaut und in der Winzergenossenschaft als einfacher Landwein „Vin de Pays Charentais Île de Ré“ gekeltert.

Daneben wird auch Cognac gebrannt sowie der Likör „Pineau des Charentes“ produziert. Der Pineau wird aus einer Mischung von unfermentiertem Traubenmost und Cognac in ausgedienten Cognac-Eichenfässern gelagert. Er hat einen Alkoholgehalt zwischen 16 und 22 Volumenprozent angebaut.

Salzgewinnung gibt es auch noch auf der Insel, wenn auch in deutlich geringerem Umgang als in früheren Zeiten. Da lohnt ein Besuch im „Ecomusée des Marais Salants“, um sich über diesen historischen Aspekt zu informieren.

Seit 1988 verbindet ein knapp drei Kilometer lange Brücke die Insel mit dem Festland. Die Brücke ist mautpflichtig. Die Gebühr beträgt im Sommer ab 16 Euro, im Winter ab 8 Euro (2017). Für größere Mobile muss saisonunabhängig 18 Euro gezahlt werden.

Folgende Gemeinden teilen sich die Insel:

Ars-en-Ré

Le Bois-Plage-en-Ré

La Couarde-sur-Mer

La Flotte

Loix

Les Portes-en-Ré

Rivedoux-Plage

Saint-Clément-des-Baleines

Saint-Martin-de-Ré

Sainte-Marie-de-Ré

Reisemobilisten finden Stellplätze und Campingplätze auf der Insel. Dabei ist die Nachfrage vor allem in der Saison oder nahe der Hochsaison höher als das Angebot.

Im August, wenn ganz Frankreich Urlaub macht, ist auch die île de Ré stark frequentiert. Dann ist es für Reisemobilisten nicht immer einfach, einen Übernachtungsplatz oder überhaupt einen Parkplatz zu finden. Wer in diesem Monat die Insel besuchen will, sollte besser vorab einen Campingplatz reservieren. ab dem ersten Septemberwochenende wird es wieder ruhiger und beschaulicher.


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